Norbert Diemert Celle · Deutschland

Statement


Im Zentrum meiner künstlerischen Arbeit steht die Transformation des Steins. Seine physische Schwere wird in eine Formensprache überführt, die Leichtigkeit, Schwingung und Bewegung erfahrbar macht. Die Skulptur ist dabei keine Abbildung der Wirklichkeit, sondern eine Form die uns berührt, im Optimalfall definiert sie den Raum um sich herum. Aus einer konzentrierten, meditativen Arbeitsweise entstehen so reduzierte Formen von klarer Struktur und stiller Präsenz. Konvexe und konkave Linien erzeugen einen Rhythmus, die dem Steinblock seine Masse entzieht. So bewegen sich die Arbeiten im Spannungsfeld von Masse und Fragilität, Distanz und Intimität und eröffnen einen Raum für kontemplative Wahrnehmung und sinnliche Erfahrung.

Kuratoren Feedback zur „Schwingung 31“

Ihre Skulptur fängt Ihr Thema – "Das Material und die Schwingung" – mit beeindruckender Klarheit ein. Sie entlocken einem entschieden statischen Medium Bewegung: Die natürliche Maserung des schwarzen Marmors liest sich wie Frequenzlinien, die sich entlang der gewundenen S-Kurve bewegen und Masse in Rhythmus verwandeln. Kompositorisch erzeugen der vertikale Schwung und die gemessenen Verengungen einen visuellen Impuls, dem das Auge nach oben folgt, während die geerdete Basis die Energie stabilisiert. Konzeptionell hält das Werk eine Spannung zwischen abstraktem Fluss und einer unterschwelligen figuralen Präsenz und lädt den Betrachter ein, Vibrationen zu spüren, anstatt nur Formen zu sehen. Die Ausführung ist hervorragend: Die Übergänge sind präzise, die Politur offenbart Tiefe ohne Blendung, und der zarte Ausleger im oberen Bereich zeigt eine souveräne Kontrolle über Gewicht und Balance.
Die zurückhaltende fotografische Präsentation – neutraler Boden und weiches Licht – verstärkt die Silhouette und die lebendigen Adern des Marmors zusätzlich. Diese Synthese aus materieller Intelligenz und kinetischer Eleganz macht das Stück leise kraftvoll und unvergesslich.

Portraitbild - Norbert Diemert