Ralph Richter ist ein deutscher zeitgenössischer Mixed-Media-Künstler, dessen Arbeiten sich zwischen Malerei, Relief und Objekt bewegen. Er wurde 1962 in Berlin-Kreuzberg geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Tischler und gründete 1989 seine eigene Werkstatt. Seine langjährige Auseinandersetzung mit Holz, Konstruktion und Oberfläche bildet die materielle Grundlage seiner späteren künstlerischen Praxis.
Seit 2019 entwickelt Richter ein eigenständiges Verfahren, das er Pressage nennt. Dabei verwendet er bedrucktes Zeitungspapier, Druckfarbe und Massivholz, um reliefartige Bildobjekte zu schaffen. Seine Arbeiten untersuchen das Verhältnis von Vergänglichkeit und Dauer, Information und Erinnerung sowie materieller Fragilität und physischer Präsenz.
Ralph Richter lebt und arbeitet in Lübeck.
Zeitungen sind für die Gegenwart gemacht. Ihre Bilder und Geschichten zirkulieren für kurze Zeit, bevor sie zu Informationen von gestern werden. Auch das Papier selbst ist vergänglich: Es altert, verblasst und verschwindet.
Ralph Richter nutzt dieses fragile Material als Ausgangspunkt seiner Arbeit. In seinem Verfahren der Pressage überträgt er Fragmente bedruckter Zeitung auf Massivholz. Während dieses Transformationsprozesses verliert die ursprüngliche Information zunehmend ihre Lesbarkeit. Text wird zu Struktur, Bilder werden zu Farbe, und Nachrichten werden zu materiellen Spuren.
Die entstehenden Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Relief und Objekt. Das Holz verleiht dem ursprünglich Flüchtigen körperliche Präsenz und Dauer.
Richters Arbeiten beschäftigen sich daher weniger mit der Bewahrung von Information als mit der Transformation ihrer Spuren. Aus den Nachrichten von gestern entstehen Bilder für morgen – Bildkörper, die danach streben, die Zeit zu überdauern.